Die Lederhose

Die Lederhose wäre heute vielleicht ausgestorben, wenn nicht ein paar beherzte Männer, unter der Leitung von Joseph Vogl, 1883 in Bayrischzell beschlossen hätten, zur Rettung der Volkstracht einen Verein zur Trachtenerhaltung und -pflege zu gründen.

 

Sie erregten bald Empörung, weil sie die Lederhosen zu besonderen Anlässen wie dem Kirchengang, religiösen Prozessionen oder zur Unterhaltung trugen, denn schließlich galt die Tracht bis dahin als Werktagskleidung des Arbeitervolkes. Doch „steter Tropfen höhlte den Stein“ und es folgten weitere Trachtenvereine in Oberbayern. 1925 wurden schließlich die „Vereinigten Trachtenverbände des Bayerischen Oberlandes“ gegründet, der Vorläufer des Bayerischen Trachtenverbandes. Er umfasst mehrere Tausend Mitglieder.

 

So kam es, dass die kurze Lederhose zur Bekleidung eines Urbayern mutierte und heute quasi als Festtagstracht zu besonderen Anlässen wie an Sonntagen, Volksfesten oder zum Tanz getragen wird. Wie es sich für eine Festtagskleidung gehört, so wird eine solche immer üppig ausgeschmückt und auch die ursprüngliche Gebirgs-Lederhose erfuhr mit den Jahren zusätzliche individuelle Dekorationselemente, wobei diese vor allem die Motive und die Farben der Stickerei betreffen. Die Entwicklung mit Ausschmückungen war somit die logische Folge des Gebrauchs der Lederhose vom Werktagskleid zur Festtagstracht.

 

Und auch heute werden jede Saison neu ausgeschmückte Lederhosen geschneidert, die sich in ihrer Schönheit übertreffen. Somit mag das häufig geäußerte Bedauern manches Bayern, wonach sich die Tracht zu einem Faschingskostüm entwickle, entgegnet werden, dass dies einfach nur immanenter Teil der Lederhosengeschichte ist.

 

Selbstverständlich trägt heute insbesondere fast jeder Tourist eine Lederhose, die es in ganz München während des Oktoberfests zu günstigen Preisen zu kaufen gibt. Schließlich ist ein Selfie aus München ohne Lederhose einfach nichts. Was diese Touristen wohl nicht wissen, ist, zu welchem weiteren Kleidungsstück die Lederhose getragen werden muss, damit sie historisch korrekt und wirklich schick ausschaut. Um welches Kleidungsstück es sich handelt verraten wir dir in unserem Blog.